Indien 2018

Im Februar bin ich mit einer Gruppe wieder nach Indien gefahren, um den Teilnehmern ein Stück Indien zu zeigen und unsere Partner zu besuchen. Nach einer Woche Sightseeing in Karnataka sind wir zu Singh gefahren und wurden begeistert empfangen. In den folgenden zwei Wochen konnten wir uns vom Fortgang der Partnerschaft, der Umsetzung aller Projektziele und der bestimmungsgemäßen Verwendung unserer finanziellen Unterstützung überzeugen.

Milch- und Hühnerfarm waren in einem guten Zustand, acht Kälber waren seit Oktober geboren worden, die Kühe in einem guten Zustand und die Milchproduktion sehr zufriedenstellend. Der Absatz der Hähnchen läuft weiterhin gut und bringt für die Dahlitfamilien und die UCIM gutes Geld. Jetzt hoffen alle, dass es zum Herbst mit den neuen von uns finanzierten solarbetriebenen Pumpen klappt. Dann ist die Wasserversorgung gesichert und es wird gleichzeitig Geld gespart.

Die Schule läuft sehr gut, der Physikraum müsste allerdings besser ausgestattet werden und auch bei Chemie und im Computerbereich kann noch einiges verbessert werden.
Lehrer und Schüler aber sind begeistert bei der Sache und hatten uns einen besonderen Empfang gemacht.

Da die Witwen in das Mädchenheim Boyapalem umquartiert worden sind, muss dort noch angebaut werden, um die entstandene Enge zu beseitigen (Zwei Wohneinheiten wurden für die Witwen neu konzipiert und umgebaut und fehlen jetzt für die Mädchen).

Sehr gut ist es um unser Heim für die Aidswaisen aus den Slumgebieten bestellt. 33 Kinder werden das Haus in Zukunft bewohnen. Die ersten der Mädchen werden in diesem Jahr die Highschool abschließen und mit Studium und Ausbildung beginnen, so dass neue Kinder aufgenommen werden können. Ganz besonders intensiv war der gemeinsame Zoobesuch, den wir den Kindern schenken konnten. So hatten wir viel Zeit für- und miteinander und konnten ganz persönliche Beziehungen zu den Kindern aufbauen.

Dankesbrief von Singh und mir zu Weihnachten 2018

Liebe Freunde

Ich wünsche euch eine gesegnete und glückliche Advents-und Weihnachtszeit und dann natürlich ein Gutes Neues Jahr.

Von Singh bekam ich diese Tage folgenden Dankesbrief, den ich einfach so an euch weiter schicke:

Liebe Lindholmer Freunde

Es gibt viele Gründe um für das Jahr 2018 tief dankbar zu sein, Gründe die in unserer engen Freundschaft und Partnerschaft begründet liegen.

Da ist zum einen das Aids-Kinderheim. Ein Licht für die Ärmsten der Armen, für die Kinder die alles verloren haben. Selbst wenn ihre Eltern manchmal noch da leben, aber im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit sind, brauchen sie sich keine Sorge um ihre Kinder machen, denn im Lindholm Heim, haben die eine Zukunft. Liebe Freunde durch eure Hilfe können wir nicht nur Unterkunft, Essen oder Kleidung geben, sondern vor allem ein Leben mit Freude auf die Zukunft. Ich freue mich euch mitteilen zu können, dass in im nächsten Sommer fünf Kinder die High School abschließen und ins Junior College wechseln werden. Die Regierung hat gerade die Erlaubnis für den Start des „Eastern Visaka Junior College“ an unserer Schule gegeben und diese fünf Kinder aus dem Aidsheim werden zu der ersten Gruppe von Studenten gehören.

Sravani gehört dazu. Als sie von uns im Heim aufgenommen wurde war sie fünf Jahre alt. Ihre Mutter ist mit 20 Jahren Witwe geworden, da der Mann auf Grund der Krankheit gestorben war. Die Mutter selbst war auch infiziert und ist inzwischen verstorben. Damals wollte die Mutter Sravani verkaufen, um das Geld für ihre Medizin bezahlen zu können. Ein Pastor erbarmte sich und brachte das Kind zu uns ins Heim. Sie ist jetzt 10 Jahre ganz bei uns und freut sich darauf das Studium zu beginnen. Sie selbst sagt: Meine Mutter wollte mich loswerden, aber der Gute Gott im Himmel hat mir eine neue wunderbare Familie geschenkt in der ich mit 34 Mädchen und Jungen leben darf.

Einen großen Dank für Hilfe bei der Wasserversorgung in diesem Jahr. Durch eure Hilfe konnten zwei solarbetriebene Wasserpumpen installiert werden, die heute dafür sorgen, dass wir immer ausreichend gute Wasser für die Hühner- und Milchfarm und sowie die Felder haben. Und bei der Kirche, der Schule und dem Mädchenheim gibt es unabhängig von der sehr unzuverlässlichen öffentlichen Versorgung immer ausreichend gutes Wasser. Ja, wir konnten sogar ein großes Taufbecken hinter der Kirche bauen, in dem seitdem die Taufen der neuen Christen vor dem Gottesdienst durch Untertauchen und Segen stattfinden.

Im Oktober wurde unser nördliches Missionsfeld an der Grenze zwischen Andrah und Orissa durch den Zyklon „Titli“ schwer getroffen. Ihr als Lindholmer Freunde habt sofort reagiert und uns finanziell unterstützt, so dass wir Soforthilfe leisten konnten und den Menschen Reis, Dal und Öl geben konnten. Wir haben jedem Betroffenen, unabhängig von seiner Religion geholfen. Ein Vater, dessen Haus und gesamte Ernte vernichtet wurde, hat mit großer Dankbarkeit unsere Hilfe für seine Familien empfangen: Dein Gott ist mit uns und ich will ihm zum Jahreswechsel die Ehre geben. Ja, unser Gott ist ein liebender Gott. Er möge euch auch im kommenden Jahr segnen.

Im Sommer konnte eine Gruppe von jungen Erwachsenen eurer Einladung folgen und in Risum-Lindholm unvergessliche Erfahrungen machen:
Kishore (Bibelschüler): Das Volk Israel wanderte durchs Rote Meer, ich wanderte durch die Nordsee. Stephen (Ingenieurstudent) Ich habe Gottes Liebe erkannt, der uns Sonne und Wind gegeben hat, die wir für uns nutzen können, ohne die Welt zu zerstören. Lavanya, die das erste Mal bei euch gewesen ist, sagt, dass sie überrascht war, so sein zu können wie sie ist und mit ihrem Lachen sogar andere anstecken konnte. Deevena und Diviya Teja waren beeindruckt von der Liebe die Eltern ihren Kindern entgegen bringen. Sie haben nicht gewusst, dass es auch in Deutschland Waisen gibt. Mathew möchte seine musikalischen Fähigkeiten gebrauchen um sie an Kinder weiter zu geben. Darum arbeitet er nun als Musiklehrer. Er freut sich besonders, dass die Gemeinde ihm eine zukünftige Frau ausgesucht hat. Leela schließlich hat durch ihren zweiten Besuch bei euch noch mehr Liebe und Verständnis für Behinderte und denen bekommen, die sich um sie kümmern. Hintergrund ist auch die Tatsache, dass ihre eigene Mutter taubstumm war und deshalb verachtet wurde.

Wir alle freuen uns darauf 2019 die zwanzig Jahre Partnerschaft und Freundschaft miteinander feiern zu können.

An Projekten für das Jahr 2019 möchte ich euch vorschlagen:

Reparatur und Ausbau der Solaranlagen. Regierungsvertreter haben die bisherigen Anlagen besichtigt und empfohlen die noch weiter auszubauen. Dafür würden wir etwa 15 000 € gebrauchen.
In Yarada, dem Fischerort im Süden, wo Hans-Peter mit einem Team die Grundsteinlegung der Kirche gemacht hat, soll eine Anlaufstelle zur medizinischen Versorgung eingerichtet werden.
Wir brauchen noch Geld für den Transport der Kinder zur Schule. Für den neuen Schulbus haben wir bereits 6000 € angezahlt, es stehen aber noch 10000 € aus. (In Indien gibt es ein Gesetz, das den Kinderheimen vorschreibt, einen Bus für den Transport der Kinder bereit zu halten)
Im Kinderheim könnten bis zu 12 Kinder mehr aufgenommen werden, sie stehen auf einer Warteliste.

Auch ich möchte mich für eure großartige Unterstützung bedanken. Ich hoffe ihr freut euch mit mir über die guten Nachrichten aus Indien und seid auch in Zukunft mit euren Gedanken, Gebeten und eurer Hilfe bei unseren Freunden der UCIM.

Ich wünsche euch ruhige und besinnliche Adventstage, ein gesegnetes Weihnachtsfest und freue mich mit euch auf ein gutes Neues Jahr 2019.

auch im Namen des gesamten Indienteams

Hans-Peter